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Emotionen machen uns zu dem, was wir sind – Menschen. Sie bringen uns zum Lachen, zum Weinen und zeigen uns, was uns glücklich macht und was nicht. Verschiedene Emotionen zu fühlen und sie auch zu zeigen, ist richtig und wichtig. Wenn wir versuchen, mehr auf sie zu achten, können wir uns selbst und Anderen näher sein.
Doch welche Arten von Gefühlen gibt es eigentlich? Der Sozialpsychologe und Konfliktforscher Prof. Dr. Ulrich Wagner1 erklärtes dir in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis:
- Was sind Emotionen und welche Emotionen gibt es?
- Emotionstheorie: Die verschiedenen Arten von Emotionen nach Paul Ekman
- Was machen Emotionen mit uns?
- Häufig gestellte Fragen zum Thema Emotionen und Gefühle
Was sind Emotionen und welche Emotionen gibt es?
Emotionen sind schnelle Reaktionen auf Ereignisse, Reize und Situationen aus unserem Alltag. Sie helfen uns, eine erste und schnelle Einschätzung davon zu bekommen, was vorgeht und uns darauf einzustellen. Geraten wir beispielsweise in einen Konflikt mit jemand anderem, löst das in uns die Emotion Ärger aus.
Emotionen entstehen oft automatisch. Emotionale Reaktionen können aber auch gelernt sein: Wenn wir zum Beispiel einmal eine schlechte Erfahrung mit einem Hund gemacht haben, können Hunde auch in Zukunft bei uns Angst oder Furcht auslösen. Wieder andere Emotionen sind einfach abgeschaut: Wir lachen mit und freuen uns, wenn andere lachen.
Prof. Dr. Wagner sagt: „Es gibt unterschiedliche Ansätze, verschiedene Emotionen einzuordnen. Expert:innen sind sich auch nicht ganz einig, wie viele Emotionen es gibt. Der amerikanische Psychologe Paul Ekman hat sich in seiner Forschung auf Gesichtsausdrücken konzentriert und versucht herauszufinden, welche Gesichtsausdrücke mit welchen Emotionen zusammenhängen. Dabei zeigte er, dass die Gesichtsausdrücke, die Menschen im Zusammenhang mit verschiedenen Emotionen zeigen, auf der ganzen Welt sehr ähnlich sind. Er bezeichnet solche Emotionen als universelle Emotionen. Ekmans Unterscheidung von Emotionen gibt eine hilfreiche Übersicht, an der wir uns orientieren können.“
Emotionstheorie: Universelle Emotionen
Du bist nicht allein, wenn du dich fragst, ‚Welche Gefühle gibt es alles?‘. Auch der US-amerikanische Psychologe Paul Ekman2 hat sich diese Frage gestellt und 7 universelle Emotionen definiert, die er unabhängig von Kultur, Geschlecht, und Geografie beobachten konnte: Ärger, Angst, Traurigkeit, Ekel, Verachtung, Erstaunen und Freude. Hier ist eine genauere Beschreibung und Übersicht dieser Emotionen, erklärt von Professor Doktor Wagner:
- Ärger: Wir fühlen uns ärgerlich oder wütend, wenn wir uns von anderen behindert fühlen. Auch wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen, werden wir schnell verärgert. Ärger veranlasst uns, gegen solche Dinge vorzugehen.
- Angst: Wenn unsere Sicherheit oder unser Wohlbefinden bedroht sind, fürchten wir uns. Angst ist eine ganz natürliche Emotion, die unsere Vorfahren vor Gefahren schützte. Gesunde Angst rettet uns auch heute noch oft die eigene Haut.
- Traurigkeit: Wenn wir uns trennen oder etwas Wertvolles verlieren, fühlen wir uns traurig. Doch Traurigkeit kann uns auch ganz praktisch vermitteln, was für uns wichtig ist.
Tipp
Wenn wir traurig sind, fließen oft Tränen. Doch du solltest diese Emotion nicht verstecken oder unterdrücken. Und wenn die ersten Tränen kommen, weißt du ja, dass unsere Tempo Taschentücher immer an deiner Seite sind.
- Ekel: Wir fühlen Ekel und starke Abneigung, wenn wir mit etwas Abstoßendem oder sehr Unangenehmem in Berührung kommen. Prof. Dr. Wagner fügt hinzu, dass Ekel oft auch mit körperlichen Symptomen verbunden ist – uns wird übel oder wir beginnen zu schwitzen. Bereits Charles Darwin erkannte, dass Ekel auch eine Warnung sein kann. Deshalb vermeiden wir zum Beispiel giftige oder verrottete Nahrungsmittel.
- Verachtung ist das Gefühl, anderen Menschen völlig überlegen zu sein und sie deshalb abzulehnen.
- Erstaunen entsteht, wenn wir etwas erleben, das wir nicht vorhergesehen hatten. Erstaunen ist kurzfristig und wird oft schnell von anderen Emotionen abgelöst. Wir sind zum Beispiel erstaunt, wenn andere etwas Besonderes von uns erwarten. Das kann dann nach einigem Nachdenken in Freude oder Ärger umschlagen.
- Freude: Keine Frage, von Paul Ekman’s 7 Emotionen fühlen wir Freude wohl am liebsten, denn dabei fühlen wir uns gut, zufrieden und glücklich. Oft verbinden wir Freude vor allem mit bestimmten Menschen, mit denen wir dann auch gerne Zeit verbringen.
Was machen Emotionen mit uns?
Die verschiedenen Emotionen haben unterschiedliche Bedeutungen für uns. „Starke Emotionen können unser Handeln so beeinflussen, dass es schwerfällt, sie unter Kontrolle zu halten. Wenn wir wütend sind, können wir das oft nur schwer verbergen. Doch solche Reaktionen sind wichtig und zeigen, wie wir uns gerade fühlen“, erklärt Prof. Dr. Wagner. Doch was genau können Emotionen beeinflussen?
- Emotionen helfen uns, unsere Umwelt schnell zu bewerten. Erleben wir Angst, ist das ein erstes Zeichen dafür, dass gerade etwas Gefährliches geschieht.
- Verschiedene Emotionen lösen unterschiedliche körperliche Reaktionen aus. So bringen uns Angst oder Ärger zum Schwitzen oder unser Herz zum Rasen. Gleichzeitig bereiten wir uns darauf vor, zu reagieren. Erleben wir Angst, wollen wir uns aus der Situation entfernen. Ärger spornt uns dazu an, dass wir uns wehren und aggressiv werden.
- Der Ausdruck von Emotionen macht auch für andere deutlich, wie wir uns gerade fühlen. Wenn wir vor Wut rot anlaufen, zeigt das auch anderen unsere Emotionen an. Das kann beispielsweise in Konfliktsituationen zur Folge haben, dass Konfliktgegner:innen besser verstehen, wie wir eine Situation erleben. Das Verständnis dieser Verhaltensreaktion wird übrigens als „Empathie" bezeichnet. Die Fähigkeit, solche Emotionen bei anderen zu erkennen, ist Emotionale Intelligenz.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Emotionen und Gefühle
Was ist der Unterschied zwischen Gefühl und Emotion?
Im alltäglichen Sprachgebrauch nutzen wir Emotion und Gefühl oftmals synonym. Und im Allgemeinen stimmt das auch. In der Forschung gibt es jedoch zwischen den beiden einen kleinen, aber feinen Unterschied: Gefühle sind die bewusste, körperliche Wahrnehmung eines emotionalen Zustands. Die Emotion umfasst zusätzlich auch noch die Gefühlsäußerung und/oder die Gemütsbewegung, sprich die mit dem Gefühl verbundene Gestik, Mimik oder Handlung.3
Wie viele Emotionen gibt es und welche Gefühle gibt es?
Die Liste der universellen Emotionen nach Paul Ekman beinhaltet 7 Emotionen: Ärger, Angst, Traurigkeit, Ekel, Verachtung, Erstaunen und Freude.
Woher kommen Emotionen?
Die Forschung ist sich bis heute nicht ganz sicher, wie Emotionen genau entstehen. Fest steht jedoch, dass sie komplexe Prozesse in unserem Gehirn sind, die von äußeren Reizen ausgelöst werden.3
Wie kann ich meine Gefühle regulieren?
Manchmal sind sie ganz schön überwältigend, all diese Emotionen. Welche Möglichkeiten gibt es, mit ihnen umzugehen? Im Allgemeinen wird empfohlen, dass du die Emotion bewusst wahrnimmst und dich mit ihr auseinandersetzt, denn unterdrückte Emotionen können zu psychischen Problemen führen.4
Wie viele Emotionen gibt es? Und welche Arten von Gefühlen gibt es? Das und mehr weißt du jetzt. Wenn du das nächste Mal besonders traurig, wütend oder glücklich bist, denke daran in dich hineinzuhören und zu überlegen, wie du dich gerade fühlst und was genau diese Emotion gerade ausgelöst hat.
Wenn du deine eigenen Emotionen besser verstehst, und mit ihnen umgehen kannst, fällt es dir auch leichter, dich in andere Menschen hineinzuversetzen und Konflikte zu vermeiden. Es ist richtig, die eigenen Gefühle und auch die eigenen Schwächen zu zeigen. Das macht uns stark.
Welche Gefühle gibt es, warum fühlen wir sie und wie beeinflussen sie unser Leben? Mit der Hilfe von Prof. Dr. Wagner verraten wir dir in einem weiteren Beitrag, wie und wo Emotionen ausgelöst werden.
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