Grippeimpfung: ja oder nein? Die Details zur Schutzimpfung

grippeimpfung ja oder nein

Immer wenn die Grippesaison naht, stellt sich die Frage, ob eine Grippeschutzimpfung sinnvoll ist. Wir haben ein Experteninterview mit der Ärztin Dr. Angelika Konrad geführt und klären genau solche Fragen. Was ist eine mögliche Nebenwirkung nach einer Grippeimpfung? Wann wirkt die Grippeimpfung? Und generell, „Grippeimpfung – ja oder nein“?

Was klassifiziert eine Grippe?

Um entscheiden zu können, ob eine Grippeschutzimpfung sinnvoll ist, muss man zunächst einmal wissen, wogegen man sich eigentlich impfen würde:

Dr. Angelika Konrad: Die echte Grippe (Influenza) gilt als ernstzunehmende Erkrankung, die nicht mit einer einfachen Erkältung gleichzusetzen ist. Influenza-typische Symptome sind:

  • plötzlicher Erkrankungsbeginn
  • Fieber, Husten oder Halsschmerzen
  • Muskel- und/oder Kopfschmerzen
  • begleitet von allgemeiner Schwäche, Schweißausbrüchen, laufender Nase
  • manchmal auch Übelkeit und Erbrechen.

Nicht alle mit dem Influenza-Virus Erkrankten reagieren mit den gleichen Symptomen. Etwa ein Drittel hat einen fieberhaften Verlauf, ein weiteres Drittel hat eher einen leichten Verlauf und das letzte Drittel etwa zeigt eher einen unauffälligen Verlauf.

Die Inkubationszeit dauert etwa 1 bis 2 Tage. Die durchschnittliche Ansteckungsfähigkeit beträgt meistens zwischen 5 bis 6 Tagen.

Tipp

Falls du gerade mit einer Grippe im Bett liegst: Du solltest immer eine Tempo Original Box im Haus griffbereit haben, um gleich ein Taschentuch in deiner Nähe zu haben. Steck dir auch eine Packung Tempo sanft und frei mit „Atemfrei-Öl" in deinen Mantel und deine Tasche. Wirf das Taschentuch direkt nach Gebrauch in den Mülleimer und wasche dir so schnell wie möglich die Hände.

Ist eine Grippeimpfung sinnvoll und wirksam?

Dr. Angelika Konrad: Erreger der Influenza sind Orthomyxoviren, die in die Typen A, B und C unterteilt werden. Nach Untersuchungen liegt die Wirksamkeit einer Grippeschutzimpfung zwischen 40-60% - je nach Übereinstimmung der Impfstämme in der Impfung und den zirkulierenden aktuellen Influenza-Erregern.

Eine Impfung erreicht dennoch bei vielen Geimpften eine hohe Schutzwirkung. Sie kann zumindest die Symptomatik einer Grippe abschwächen, sodass schwerwiegende Folgeerkrankungen mit Krankenhauseinweisungen vermieden werden können.

Würden Sie eine Grippeimpfung-Empfehlung aussprechen?

Dr. Angelika Konrad: Eine Grippeimpfung dient als vorbeugende Maßnahme, um eine Influenza-Erkrankung zu verhindern oder im Verlauf abzumildern. Menschen mit einer chronischen Abwehrschwäche sollten sich jährlich impfen lassen. Vor harmlosen Infekten wie Erkältungen oder sogenannten grippalen Infekten schützt die Grippeimpfung nicht.

Für wen ist in jedem Fall eine Grippeimpfung sinnvoll?

Dr. Angelika Konrad: Die Grippeimpfung-Empfehlung der ständigen Impfkommission (STIKO) gilt für:

  • Menschen über 60 Jahren
  • Personen jeden Alters mit höherer gesundheitlicher Gefährdung (chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes Mellitus oder andere Stoffwechselerkrankungen, chronische neurologische Grundkrankheiten, angeborene und erworbene Immundefizienz oder HIV-Infektionen)
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Alle gesunden Schwangeren ab dem 2. Trimenon und Schwangere mit chronischem Grundleiden ab dem 1. Trimenon

Ab wann wirkt die Grippeimpfung?

Dr. Angelika Konrad: Der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung liegt im Herbst, also in der Zeit von September bis November, wenn der Impfstoff zur Verfügung steht. Ab wann wirkt eine Grippeimpfung konkret? Der Impfschutz ist nach 2 Wochen voll ausgebildet.

Bis wann wirkt die Grippeimpfung noch?

Wie sieht es aus während der zweiten Virenwelle im März, wenn ich bereits im Oktober/November geimpft wurde?

Dr. Angelika Konrad: Die Grippeschutzimpfung muss jedes Jahr durchgeführt werden, da sich die Erreger bereits im Jahresrhythmus so verändern können, dass eine jährliche Anpassung mit einer neuen Zusammensetzung des Grippeimpfstoffes erfolgen muss.

Der Impfstoff wirkt, wenn der Viren-Cocktail stimmt, auch noch in der zweiten Grippewelle im Februar/März. Eine spätere Impfung zu Beginn des Jahres ist meist noch sinnvoll -insbesondere, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat.

Hat die Grippeimpfung Nebenwirkungen?

Dr. Angelika Konrad: In der Regel ist die Grippeschutzimpfung gut verträglich. Nur gelegentlich tritt eine leichte Nebenwirkung nach der Grippeimpfung auf, wie zum Beispiel:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Leichtes Fieber

Diese Beschwerden sind harmlos und verschwinden nach einigen Tagen von selbst.
Menschen mit Hühnereiweißallergie dürfen keine Impfung erhalten. Sie müssen mit ihrem Hausarzt sprechen, um eine Nutzen-/Risiko-Bewertung zu machen. Eine Impfung ist in diesen Fällen nur mit vorbeugender antiallergischer Medikation möglich, um etwaige Grippeimpfung-Nebenwirkungen zu vermeiden.

Zahlen die Kassen die Grippeimpfung oder wie teuer ist sie?

Dr. Angelika Konrad: Nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeimpfung für alle Versicherten. Meist hilft aber ein Gespräch mit dem Arzt oder mit der Krankenkasse selbst, um die Kostenübernahme zu erreichen. *

Bestimmte Berufs- und Patientengruppen bekommen die Impfung in jedem Fall kostenfrei. Dazu zählen in den meisten Fällen Beschäftigte im Gesundheitswesen, wie zum Beispiel Ärzte, Schwestern und Physiotherapeuten. Patienten über 60 Jahren bekommen die Influenzaimpfung auch jährlich kostenlos zur Verfügung gestellt. *

Der Preis für den Grippeimpfstoff liegt etwa zwischen 20 und 35 Euro. *

*Diese Angaben gelten in Deutschland. In Österreich und in der Schweiz sind Abweichungen möglich.

 

Bitte beachte, dass diese Ratschläge nicht die individuelle Beratung deines Arztes oder Apothekers ersetzen.

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