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Die schönsten Weinregionen Deutschlands - ein Experteninterview

Die schönsten Weinregionen Deutschlands - ein Experteninterview

vor 8 Monaten
 

Deutscher Wein hat in den letzten Jahren an Beliebtheit zugenommen und ist international insbesondere für den Riesling bekannt. Jeder Weintourist sollte sich eine Reise durch die Weinregionen Deutschlands vornehmen, um einen Einblick in die Herstellung des Weines zu erhalten und die deliziösen deutschen Weine zu kosten. Die folgenden vier Regionen gehören zu den wohl schönsten Weinlandschaften in ganz Deutschland.

Pfalz

Die Pfalz ist die zweitgrößte Weinlandschaft Deutschlands und seit 2008 das umfangreichste Riesling-Gebiet weltweit. Überdies ist die Weinregion das flächenbreiteste Rotweingebiet Deutschlands und berühmt für die hochqualitativen Rotweine. Neben Spätburgunder und Portugieser wird hier auch der Dornfelder angebaut. In der Pfalz findet auch das größte Weinfest der Welt in Bad Dürkheim statt, welches man als leidenschaftlicher Weingenießer besuchen sollte. 

Mosel

Mosel ist das älteste Weingebiet in Deutschland und gehört zu den antiken Anbauregionen in Europa. Bereits die Kelten und die Römer haben vor 2.000 Jahren an der Mosel und deren Nebenflüsse Ruwer und Saar Reben angebaut und Wein produziert. Das Besondere an der Weinregion Mosel sind die Steillagen, welche dicht mit Reben bepflanzt sind und die Landschaft zu einem wahren Genuss fürs Auge machen.

Mittelrhein

Zu den historischsten Weinlandschaften nach Mosel gehört auch das Gebiet Mittelrhein. Ähnlich wie auch in Mosel wird schon seit den Römern zwischen Koblenz und Neuwied Wein angebaut. Hier werden siebentausend Liter pro Hektar an Wein gelesen – unter anderem auch die berühmteste Rebsorte Deutschlands, der Riesling. 

Franken

Im Norden von Bayern und Baden-Württemberg liegt die Weinlandschaft Franken und ist weltweit bekannt für die köstlichen Weißweine. Weinsorten wie Silvaner und im Speziellen Müller-Thurgau werden in der Region produziert.

Gerd Knebel, Redakteur der Fachzeitschrift „Die Winzer Zeitschrift“, Geschäftsführer des Weinbauverbands Mosel und begeisterter Winzer erklärt uns, wie seine Passion zu Wein entstand und welche Weinregionen seiner Ansicht nach die schönsten Deutschlands sind.

Herr Knebel, wie entstand Ihre Leidenschaft für Wein?

Gerd Knebel: Die wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Ich lebe von Anfang an in einer Winzerfamilie in Winningen an der herrlichen Terrassenmosel. Schon als Kind ging es mit in den Weinberg und als Jugendlicher durfte ich bei den Weinbergs- und Kellerarbeiten helfen. Im Laufe der Zeit gehörte das regelmäßige Probieren der Weine ganz einfach dazu. Schnell stellte ich fest, dass nicht nur die eigenen Weine hervorragend schmecken. In allen Weinregionen der Welt gibt es tolle Weine. Die zu entdecken, macht viel Spaß. Fazit: Meine Leidenschaft für Wein wurde schon sehr früh geweckt und sie wird heute noch tagtäglich größer.


Wie kamen Sie dazu, den Weinbauverband Mosel zu leiten?

Gerd Knebel: Im Jahre 1993 wurde ich vom Landvolk Verlag als Redakteur der Fachzeitschrift „Die Winzer Zeitschrift“ angestellt. Gleichzeitig konnte ich den Weinbaubetrieb der Eltern im Nebenerwerb weiter bewirtschaften. Der Landvolk Verlag gehört zum größten Teil zum Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau mit seinen regionalen Weinbauverbänden Ahr, Mittelrhein, Nahe und Mosel. Im Jahre 2000 wechselte der damalige Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel-Saar-Ruwer zur Moselland Winzergenossenschaft. Für mich war es eine Freude, diese interessante Tätigkeit neben der Redaktion der DWZ übernehmen zu können. Die praktische Arbeit im Weingut in Winningen wurde daraufhin aber zurückgefahren, jedoch nicht bis auf null. Die Arbeit als Winzer in der freien Werkstatt der Natur ist nach wie vor eine Herzensangelegenheit.


Wie sieht Ihr Alltag als Geschäftsführer des Verbandes aus?

Gerd Knebel: Die Arbeit eines Geschäftsführers, der gleichzeitig Redakteur einer Fachzeitschrift ist, ist vielseitig und abwechslungsreich. Daher gibt es nicht den Arbeitsauflauf, der sich alltäglich wiederholt. Das ist ja gerade auch das spannende an dieser Tätigkeit. Jeder Tag ist anders. Neben der Büroarbeit, die mit dem Checken der E-Mails und dem Abhören der Telefonbox beginnt, schließen sich viel Schreibarbeit, etliche Telefonate, Recherche- und Schreibarbeiten an. Nicht vergessen werden dürfen die Aktivitäten als Dienstleister für die Verbandsmitglieder. Darüber hinaus gehören Sitzungen, Gespräche in den Ministerien, bei Behörden, Lehr- und Forschungsanstalten, Tagungen, Außendiensttermine, Winzerversammlungen, aber auch Betriebsbesichtigungen, Weinproben, Messebesuche, Pressereisen und Repräsentationspflichten dazu. Sicherlich habe ich bei diesen Aufzählungen auch noch einiges vergessen. Über einen Mangel an Auslastung kann ich jedenfalls nicht klagen. Aber es macht Spaß und das ist die Hauptsache.


Welchen deutschen Wein können Sie empfehlen?

Gerd Knebel: In allen deutschen Weinbauregionen wachsen hervorragende Weine. Sich nur auf einen festzulegen, das geht gar nicht. Außerdem kommt es beim Weingenuss immer auf die Gelegenheit und die Stimmungslage an. Ich persönlich bin Riesling Fan! Das ist aber kein Wunder. Als Kind der Terrassenmosel liebe ich die Rieslinge aus den berühmten Lagen Uhlen, Röttgen, Hamm und Brückstück von Winningen. Auf Weinreise empfehle ich immer, den Wein zu genießen, der gerade vor Ort wächst. Aber es muss ein guter sein, denn das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken, sagt schon das Sprichwort.


Welche Weinregion in Deutschland finden Sie am attraktivsten und warum?

Gerd Knebel: Diese Frage beantworte ich ähnlich wie die Frage zum deutschen Wein. In allen deutschen Weinregionen gibt es attraktive Destinationen. Daher ist ja auch der Weintourismus so erfolgreich. Und auch hier ist es naheliegend, dass ich mich persönlich in den Steillagenregionen der Flusslandschaften am wohlsten fühle: an der Ahr, der Nahe, am Mittelrhein und natürlich an Mosel, Saar und Ruwer. In diesen Regionen finden lebensfrohe Menschen alles, was das Herz begehrt. Die attraktiven Fernwanderwege wie Moselsteig, Rotweinwanderweg an der Ahr, Rheinburgenweg und Rheinsteig am Mittelrhein und der Nahewanderweg sind immer eine Reise wert. Radfahrer kommen auf den gut ausgebauten Radwegen auf ihre Kosten und Wasserfans können die Flüsse für ihren Sport nutzen. In den vielen sehenswerten Weinbauorten gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten von der Straußwirtschaft bis zur Top-Gastronomie mit Sternekoch. Oder ganz einfach der Besuch beim Winzer selbst. Kultur- und Weinbotschafter oder neuerdings Naturerlebnisbegleiter zeigen interessierten Gästen die Weinkulturlandschaften auf ganz besondere Art und Weise. Ausgezeichnet als UN-Dekade Projekt wurde kürzlich die Aktivität „Lebendige Moselweinberge“ der Regionalinitiative Mosel. Es gibt also viele gute Gründe, einmal die herrlichen Weinbauregionen an Ahr, Mittelrhein, Nahe und Mosel, Saar und Ruwer zu besuchen. Wer einmal vor Ort war, kann diese Begeisterung sicher verstehen.


Gerd Knebel ist Geschäftsführer des Weinbauverbands Mosel und Redakteur der Fachzeitschrift „Die Winzer Zeitschrift“.

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