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Krankes Kind zu Hause? – Tipps für Arbeitnehmer

Krankes Kind zu Hause? – Tipps für Arbeitnehmer

vor 9 Monaten
 

Husten, Schnupfen, Fieber: Bis zu zwölf Infekte machen Kinder jährlich durch. Vor allem aus der Kita bringen die lieben Kleinen gerne alles mit, was gerade so verteilt wird. Und wenn das Kind dann am nächsten Morgen mit Fieber aufwacht, dann ist klar, dass jemand zu Hause bleiben und es betreuen muss. Berufstätige Eltern stehen dadurch häufig vor organisatorischen Herausforderungen und machen sich natürlich Gedanken, wie der Ausfall beim Chef und bei den Kollegen ankommt. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man kurzfristig ausfällt, aber mit Kind lässt es sich nicht immer vermeiden. Hier findest du Tipps, was dir als Arbeitnehmer zusteht, wenn dein Kind krank zu Hause ist und betreut werden muss. 

1. Du hast das Recht, dein krankes Kind zu pflegen

Urlaub einreichen oder unbezahlt freigestellt werden? Auf solche Regelungen musst du dich nicht einlassen! Eltern steht es zu, dass sie bezahlt freigestellt werden, wenn die Kleinen krank sind. Jedes Elternteil darf im Jahr zehn Tage zusätzlich frei nehmen, um sich zu Hause um ein krankes Kind zu kümmern. Bei zwei Kindern verdoppelt sich die Anzahl der Tage übrigens; die Grenze liegt bei 25 Tagen pro Elternteil. Alleinerziehenden stehen doppelt so viele Tage zu, also 20 bis maximal 50. In dieser Zeit erhältst du normalerweise deinen Lohn weiterhin, genau so wie bei einer eigenen Krankschreibung. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, die wir dir weiter unten erklären. Bitte beachte auch, dass wir uns auf gesetzlich Versicherte beziehen – für privat Versicherte gibt es abweichende Regelungen. 

2. Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Damit du bezahlt freigestellt wirst, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Dein Kind ist jünger als zwölf Jahre. 
  • Der Arzt stellt ein Attest aus. 
  • Der Arzt bestätigt außerdem, dass das Kind betreut werden muss. 
  • Kind und Elternteil sind gesetzlich versichert. 
  • Im Haushalt leben keine weiteren Personen, die die Betreuung sichern könnten, also zum Beispiel die Großeltern. 

3. Vorsicht, Fallen!

Achte darauf, was in deinem Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Es ist nämlich möglich, dass dein Arbeitgeber die Lohnfortzahlung bei Erkrankung des Kindes ausschließt. Das heißt, dass du deine finanziellen Ansprüche bei deiner Krankenkasse geltend machen musst und anschließend das sogenannte Kinderpflegetagegeld erhältst. Es beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts, jedoch maximal 90 Prozent des Nettogehalts. 

Genauso solltest du bedenken, dass du bereits ab dem ersten Tag ein ärztliches Attest vorlegen musst, wenn du wegen Erkrankung deines Kindes zu Hause bleibst. Das gilt übrigens auch, wenn in deinem Betrieb normalerweise (also bei eigener Erkrankung) erst ab dem dritten Tag ein Attest vorliegen muss. 

4. Was, wenn ich die Zusatztage aufgebraucht habe?

Als Eltern könnt ihr versuchen, euch die zusätzlichen Tage des Partners übertragen zu lassen. Allerdings geht das nur, wenn beide gesetzlich krankenversichert sind und zum Beispiel die Mutter die Pflege des Kindes übernimmt, weil der Vater es aus beruflichen Gründen nicht kann. Ansonsten bleibt nur noch die Möglichkeit, sich Urlaub zu nehmen, bezahlt oder unbezahlt. 

Es ist übrigens eine ganz schlechte Idee, sich selbst krank zu melden, weil die Tage für die Kinderbetreuung ausgeschöpft sind! Unter Umständen kann so etwas zu einer fristlosen Kündigung führen. 

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