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Infektalarm in der Kita – Wie kann ich mein Kind schützen?

Infektalarm in der Kita – Wie kann ich mein Kind schützen?

vor 8 Monaten
 

Alle Jahre wieder: Mit der kalten Jahreszeit beginnt auch die Erkältungssaison. Die feuchte Kälte von draußen und die trockene Heizungsluft im Haus machen besonders dem Nachwuchs zu schaffen: Bis zu zwölf fieberhafte Infektionen pro Jahr sind bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren normal. Vor allem in Kindertagesstätten fangen sich Kinder in regelmäßigen Abständen Infekte ein. Bei welchen Symptomen solltest du mit deinem Kind zum Arzt gehen? Wie kannst du dein Kind vor der Ansteckungsgefahr in der Kita schützen? Tempo und Kinder- und Jugendarzt Dr. Hermann Josef Kahl beantworten die wichtigsten Fragen. 


Dr. Kahl, Kindertagesstätten und Schulen gelten als Nistplatz für allerlei Viren und Bakterien. Welche Krankheiten kommen bei Kindern im Kita-Alter am häufigsten vor?

Sobald der Sommer vorbei ist, steigen die Krankheitsfälle in der Kita deutlich an. Durch die kühleren Temperaturen halten sich die Kinder viel mehr in geschlossenen Räumen auf, sodass sich Krankheitserreger schnell ausbreiten können. Am häufigsten treten Erkältungen, grippale oder Magen-Darm-Infekte auf. Auch die Grippe ist keine Seltenheit.


Mein Kind schnieft und hustet. Muss es jetzt zuhause bleiben?

Bei einem leichten Schnupfen kann das Kind trotzdem in die Kita gehen. Tritt Fieber auf, sollte es zuhause bleiben. Das gilt auch für grippale Infekte sowie Magen-Darm-Infekte und einen Infekt mit unklarem Ausschlag. Grundsätzlich gilt: Sobald das Kind fiebert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das zählt auch für den Fall, wenn eine Erkältung länger als fünf Tage andauert oder ein unklarer Ausschlag auftritt. Lassen die Symptome nach fünf Tagen nicht nach, sollte man sich ebenfalls an einen Arzt wenden. Je kleiner die Kinder sind, desto eher sollte ein Fachmann eingeschaltet werden.


Sind Eltern auch von einer Ansteckung mit Krankheiten aus der Kita gefährdet?

Da Erwachsene normalerweise ein stärkeres Immunsystem besitzen als Kinder, ist die Ansteckungsgefahr geringer. Falls das Immunsystem noch keinen ausreichenden Schutz gegen den verursachenden Keim gebildet hat oder generell geschwächt ist, können sich Eltern aber durchaus bei ihren Kindern anstecken. Viel häufiger jedoch leiden jüngere Geschwister an Erkältungen, da das größere Kind noch unbekannte Krankheitserreger mit nach Hause bringt.


Und wenn mein Kind sich dennoch ansteckt? Dr. Kahl gibt hilfreiche Tipps, was zur Linderung der Beschwerden getan werden kann.

  • Ausreichend Schlaf: Viel Ruhe ist wichtig, damit das Kind die Krankheit auskurieren kann. Auch wenn Termine anstehen, sollte das Kind zuhause bleiben und sich ausruhen.
  • Viel trinken: Generell sollte darauf geachtet werden, dass das Kind viel trinkt. Geeignet gegen Husten sind pflanzliche Tees mit Honig oder stille Mineralwässer. Warme Milch mit Honig wirkt bei Kindern ab zwei Jahren als Schleimlöser.
  • Wickel bei Fieber: Für Kinder ab drei Jahren helfen körperwarme und feuchte Wickel, um dem Körper Wärme zu entziehen. Wenn das Fieber stark ansteigt, können fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol verabreicht werden, um die Beschwerden zusätzlich zu lindern.
  • Zwiebel bei Ohrenschmerzen: Für Kinder ab drei Jahren können Ohrenschmerzen durch Zwiebelsäckchen gelindert werden. Dafür einfach eine Zwiebel klein hacken und erwärmen, anschließend in ein Tuch füllen und auf das Ohr legen.


Über Dr. Hermann Josef Kahl

Dr. med. Hermann Josef Kahl ist in Düsseldorf niedergelassener Kinder- und Jugendarzt sowie Kinderkardiologe. Er ist Mitglied und Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Unter seiner Leitung des Ausschusses Prävention und Frühtherapie wurde das gesamte Vorsorgeprogramm vollkommen überarbeitet und neu entwickelt. 

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